Live-Musik in der Krise?
Interview mit Konzertveranstalter Hans Steinle, München
Rock.Büro Süd (Bernd Schweinar): Steckt die Live-Musik in der Krise? Amateurbands, aber auch vielversprechende Newcomer spielen oft nur vor einem Dutzend Besucher. Auch die Profi-Schiene bröckelt bis auf Ausnahmen merklich ab. Andererseits boomen die Giga-Acts von Phil Collins bis zu “Pink Floyd”. Zu denen laufen sogar jene Leute, die ansonsten mit Live-Musik absolut nichts am Hut haben. Worauf führst du das zurück, und könnte man den negativen Trend umkehren?
Hans Steinle: Aus der Sicht des Musikers, respektive aus der Sicht des Konzertveranstalters hofft man, dass irgendwann einmal wieder eine Phase kommt, wo das Publikum wieder Spaß an Konzerten hat. Das ist auch unsere Aufgabe als Veranstalter, die wir an dieser Entwicklung nicht ganz schuldlos sind. 43,- € für “Uriah Heep” - auch ich zähle mich hier mit zu den Schuldigen - sind nicht mehr zeitgemäß. Da sieht man das Publikum falsch. Die Konzertbesucher stehen der Preisentwicklung irrsinnig skeptisch gegenüber. Wenn wir sagen Konzertbesucher, dann sprechen wir von jungen Leuten, die noch von relativ wenig Geld leben müssen. Wenn man 60,- € für Phil Collins ausgegeben hat, dann ist für denjenigen erst einmal wieder einige Zeit Ebbe in der Konzertkasse.
Rock.Büro Süd: Aber warum gehen Leute lieber drei oder viermal für 80,- € zu Top-Acts, die sie mit Fernglas aus 150 Meter Entfernung nur in Zentimetergröße erleben und soundmäßig in großen Arenen oft nur sehr breiig hören können, anstatt sich bekanntermaßen gute Live-Acts in kleineren Hallen oder Clubs für wesentlich weniger Geld reinzuziehen?
Hans Steinle: Das hat zunächst nichts mit einem Generationsproblem zu tun. Es ist eher eine generelle Entwicklung, die auch hier in München sehr konkret spürbar ist und bereits auf andere Städte übergegriffen hat. München hat einige soziologische Grundfaktoren, die man etwas ausholender reflektieren muss.
Vor einigen Jahren war hier ein ausverkauftes Fußballspiel Bayern München gegen Liverpool. Eines der enttäuschendsten Spiele, das ich je im Europapokal erlebt habe. Die beiden trennten sich 1:1 unentschieden und Bayern flog raus. Drei Tage darauf spielte Bayern in einem exzellenten Match 7:0 gegen Düsseldorf. Während beim ersten Spiel 70.000 Besucher kamen, waren es beim wesentlich ereignisreicheren zweiten Spiel nur 7.000. Diese Entwicklung ist es, die auch in der Musik festzuhalten ist.
Wir leben in einer sehr wettbewerbsorientierten Welt. Das wirkt sich inzwischen auch auf den Konzertmarkt sehr nachhaltig aus. Fußballtechnisch formuliert: die Leute gehen nur mehr sehr schwer motiviert zu einem “normalen” Fußballspiel, weil sie sich sagen: “Heute geht es ja um nichts”. Aber wenn das Ding “Super-Cup” heißt, oder “Champions-League”, dann rennen sie hin, obwohl es einen falschen Reiz vermittelt. Die fußballerische Leistung als solche zählt nicht mehr. Bayern München gegen SC Freiburg, da sagen sich die Leute “Na und?”. Aber wenn in einem Europacup-Halbfinale ein Niemand wie “Omnia Nikosia” kommt, dann pilgert man hin, weil es dabei ja um etwas geht.
Diese Entwicklung ist inzwischen in der gesamten Gesellschaft zu erkennen und führt dazu, dass die Leute im Umkehrschluss ihrer Eigenidentifikation die Sieger haben wollen - die Sieger auch vergöttern wollen. Fans bewerten sich als solche auch selbst höher, wenn sie Anhänger von den Siegern sind. Die Sieger sind in der Musik nicht die regionalen Bands, oder die mittleren Acts, sondern zunächst einmal Phil Collins oder “Pink Floyd”.
Die Konzentration auf den Mega-Act ist übermächtig. Wenn man ehrlich ist, sind die “Rolling Stones” musikalisch nicht berechtigt 75.000 Leute in ein Stadion zu ziehen - und das schon seit 20 Jahren nicht mehr. Die “Stones” sind eigentlich eine sehr mittelmäßige Band, die durch viel Technik, eine gute Show und noch bessere Gastmusiker dazu kommen, dass sie einen Vier-Viertel-Takt halten können. Bands solcher Größenordnung werden mehr vom Marketing am Leben erhalten. Dabei sollte die Werbung umgekehrt laufen, sollten vielversprechende Newcomer gepuscht werden.
So aber ist es kein Wunder, wenn einem suggeriert wird, “Pink Floyd” hätten diesmal die “beste Show aller Zeiten” präsentiert. Michael Jackson hat gar die Show für das Jahr 2000, “Genesis” hat die beste Show für 2001 und Gott weiß, wie weit es für Phil Collins das nächste Mal reicht. So wird jedem Publikumsgeschmack und der Publikumserwartung Rechnung getragen. Tatsache ist, dass die Nachwuchsarbeit total verkommen ist, weil der Aufwand nicht adäquat zugeordnet wird.
Das Rock ‘n’ Roll-Image, wonach sich eine kleine Band durchbeißen muss, ist in der heutigen multimedialen Zeit ein Paradebeispiel für Vernachlässigung. Wenn BMW ein neues Auto auf den Markt bringt, dann wird dieses Auto riesig lanciert. Bloß, wenn wir als Veranstalter eine neue Band anschieben wollen, dann soll das eben nur mit 80 Plakaten passieren. Komischerweise ist es bei den “Rolling Stones”, die ohnehin jeder kennt, umgekehrt - bei denen müssen gleich 40.000 Plakate hängen. Derartiges ist für mich nicht nachvollziehbar und ich finde das auch nicht richtig.
Diese Entwicklung hat beim Publikum dazu geführt, dass ein stinknormaler Musikfan auf Partys ein Konversationsproblem hat, wenn er diesen Sommer nicht bei “Pink Floyd” oder den “Rolling Stones” war. Da ist der Besucher bereits der Depp, der sich nicht vor die Bühne gequetscht hat, sondern nur im Block Z-74 gesessen ist. Wer hingegen sagt, er sei am gleichen Tag lieber zu den “Stone Temple Pilots” gegangen, der muss sich anhören: “Ja wie bist Du denn drauf?” Diese Vorurteile kommen von Leuten mittleren Alters, von Leuten, die noch mit guter Musik aufgewachsen sind.
Techno-Publikum ist dagegen noch hyper-innovativ. Wenn man sich dort als DJ einen Namen macht - auch das muss natürlich lanciert werden -, dann kann einer innerhalb von ein paar Monaten der Mann in einer Stadt, einem ganzen Land sein. Manchmal kommen mir viele Techno-Insider - nicht das Techno-Beamten-Massen-Publikum - so vor, wie damals wir selbst, als über jedes Solo von Eric Clapton noch diskutiert wurde. Wenn Sven Väth heute mal eine plötzliche Pause macht, dann ordnen dessen Fans das doch bereits seinem Gemütszustand zu. Auch wenn vieles Quatsch ist, aber selbst hier ist dieser für Musik unbedingt notwendige Enthusiasmus spürbar und vorhanden.
Das inzwischen etablierte Rockpublikum rümpft bei jungen Bands ebenso die Nase wie bei Eric Burdon. Burdon und Joe Cocker sind für mich zwei gleich gute und zwei gleich wichtige Musiker. Nur: Cocker hat irgendwann einmal ein gutes Management bekommen, die gesagt haben: Wir machen aus dem Mann einen Mythos. Da werden neue Produzenten mit modernerem Sound engagiert, werden irgendwelche Remakes auf den Markt geworfen, z.B. von Tony Joe White. Wenn dieser White seine Hits live präsentiert, dann spielt der höchstens vor 300 Leuten. Ein Fremder sagt dann, der Songs ist doch von Joe Cocker geklaut usw. Dabei ist das gerade umgekehrt.
Rock.Büro Süd: Ist eine Umkehrbewegung erkennbar? Grundkosten für Großproduktionen sind auf Eintrittspreise und Sponsoren nur begrenzt umlegbar. Kommt gerade in dieser rezessiven Zeit nicht mal der Punkt für eine Gegenbewegung in Clubs oder mittleren Hallen? Oder steigt das Publikum dann um, z.B. von der Musik auf den Sport?
Hans Steinle: Genau das ist meine Erfahrung. Die 30jährigen sagen oft, dass sie sich die Konzertstrapazen nicht mehr antun: “Ein lauwarmes Bier, Enge, kaum Toiletten, da ist es im Squash-Center doch schöner”. Es ist längst überfällig, dass man den Konzertmarkt als solchen analysiert. Dieser Markt ist in meinen Augen viel kleiner, als man landläufig glaubt.
Ein paar Freaks gehen mit 35 oder 40 immer noch auf Konzerte und tun sich die Strapazen an. Viele - vor allem bei ganz großen Künstlern - sagen, sie waren schon drei Jahre nicht mehr auf einem Konzert. Ganz andere können sich vage erinnern, vor acht Jahren mal bei den “Stones” gewesen zu sein. Und es gibt die, die ganz gerne kommen würden, die das aber nicht tun, weil sie beim letzten Mal das Gefühl hatten total daneben zu stehen, weil ihnen nichts geboten wurde.
Rock.Büro Süd: Wenn schon die kommerziellen Acts diese enormen Probleme haben, dann schlägt sich das auf die Amateur- und semiprofessionelle Szene noch eklatanter durch. Geht es der Kommerzschiene in der gesamten Repertoirebreite besser, kommen auch zu den kleinen Gigs wieder mehr Leute. Gibt es Hoffnung auf eine Gegenbewegung im Live-Betrieb?
Hans Steinle: Mit Diskotheken geht so ein Umkehrschub meistens los. Und die Tatsache von Disco-Eröffnungen, also Discos, die meist immer etwas kleiner sind, zeigt, dass die Zeit der großen Hallen vorüber sein könnte. Wenn die Zeit der großen Hallen-Discos vorbei ist, könnte es auch passieren, dass die großen Konzerte, also von 3.000 Besuchern aufwärts, ein Problem bekommen könnten.
Es ist nur eine These, dass die Besucher nur einmal pro Jahr zu einem Mega-Super-Act gehen, bei dieser Gelegenheit 150,- € an Eintritt haben abdrücken müssen, und deshalb lieber dreimal für nur 18,- € oder 20,- € in ein kleines Club-Konzert gehen. Diese Entwicklung ist aber ganz offensichtlich so, denn sonst würden nicht vermehrt jetzt neue Bands in solchen Club-Dimensionen auftreten.
Es ist auch eine Sache des Marktes, dass größere Bands in kleinere Clubs gehen. Die negative Entwicklung des Besucherrückgangs einer Band, kann durchaus eine positive Entwicklung auf die Resonanz kleinerer Bühnen bewirken, da diese Clubs plötzlich wieder mehr Publikum zu mehr Veranstaltungen ziehen. Die Club-Szene, allerdings in einem geänderten Umfeld, als dem, was wir bislang als Club definiert haben, also mit Anwohnern gegenüber und oben drüber und keinen Parkplätzen. So etwas wird keine Chance mehr haben. Auch die Bauern-Wirtschaft, die sich einen Flügel in das Gastzimmer gestellt hat und rauf und runter Bluesbands spielen lässt, wird es kaum mehr geben. Was es aber geben wird, sind Clubs à la “Schlachthof” in München. Ein bisschen edel, aber mit einem durchaus anzunehmenden Programm, mit der Folge, dass man sich dort sehr schnell ein Stammpublikum entwickeln kann, das sich auf die Qualitätsstandards des Programms verlässt und auch vorbei kommt, wenn es einen Künstler nicht kennt.
Rock.Büro Süd: Die Trendwende kann nach dieser Einschätzung aber nur die Veranstalterszene herbeiführen. Bands - gleich welcher Stilrichtung - hätten darauf letztendlich kaum Einfluss - den Grunge-Keller mal ausgenommen?
Hans Steinle: Bands können sehr wohl etwas dazu beitragen. Wenn ich lese, dass “Project” hier in München-Riem demnächst in der “Charterhalle” spielen, ist das wegen der Größe des Raumes schon Scheiße. Nächsten Monat macht der “Schlachthof” nach dem Umbau wieder auf - und maximal da gehört diese Band mit ihrem Publikumspotential hin. Dort passen die Clubdimensionen zur Band und nicht wenige werden sich sagen: “Da kann es knapp werden mit den Karten, ich hole mir zwei im Vorverkauf”. In der “Charterhalle” ist so viel Platz, dass das Publikum sich sagt: “Wenn ich am Mittwoch noch Zeit habe, dann gehe ich vielleicht noch hin”. Die Folge: es kann nicht voll werden.
Zweimal haben die das bisher gemacht, zweimal war es gut gefüllt, aber ich möchte nicht wissen, wie viele Gäste unter den Leuten waren. Das sind Draufzahljobs. Darum ist es auch keiner Band zu raten, bei Hallen - wo auch immer im Lande - anzurufen und zu fragen, können wir bei euch mal auf eigene Kosten spielen. Wenn ein Veranstalter die Band nicht verpflichten will, dann hat das immer seine Gründe.
Ich habe es auch erlebt, dass sich drei oder vier Hardrockbands eine Halle gemietet haben, plakatiert wurde weltmeisterlich, und schnell kamen Produktionskosten von 7.000,- € zusammen. Das bedeutet: es müssen 1.000 Leute à 7,- € kommen, damit die Bands ohne Verlust herauskommen. Wenn nur 400 kommen, dann wundern sich die Bands. Ich wundere mich nicht!
Hier werden Illusionen um Illusionen in den Sand gesetzt. Wenn kein Veranstalter dieses Paket machen will, dann hat das seinen Grund. Mit Gewalt kann das niemand erzwingen, am wenigsten die Bands. Wenn es gar niemanden gibt, der einen als Band veranstalten will, dann muss man sich an die eigene Nase fassen und die Konzeption in Frage stellen. Statt größenwahnsinnig zu sein, sollten sich Bands lieber an kleinere Clubs wenden und dort auf Eintrittsbasis antreten. Nur so können sich Bands ein Stammpublikum erspielen. Und nur so werden die Clubbetreiber nicht mit Phantasie-Gagen-Wünschen genervt oder über den Tisch gezogen. Hier können die Bands mithelfen, den negativen Publikumstrend umzukehren. Es verblüfft mich auch, wie wenig Musiker man bei Konzerten trifft.
Rock.Büro Süd: Ist die Selbstvermarktung einer Band eine perspektivische Alternative? In der Realität fordern Gruppen auch an Orten, wo sie faktisch unbekannt sind schnell 1.000,- € cash und - sind überrascht, wenn keiner sie bucht, oder der erste Auftritt mangels Zuspruch und Gastro-Umsatz des Wirtes auch der Letzte war. Die Alternative hieße, die Ochsentour auf die eigene Kappe zu nehmen. Sich folgendes zu sagen: Wir haben ein Produkt, dieses Produkt wollen/müssen wir verkaufen, folgedessen müssen wir keine Kaffeefahrten machen um die Leute zu uns zu holen, sondern wir müssen eine Kaffeefahrt zum Publikum machen.
Hans Steinle: Ein Veranstalter bekommt die Bewerbung einer Band, und er weiß oft sehr genau, wie viele Besucher zum Auftritt der gleichen Gruppe 20 km weiter gekommen sind und schätzt dann, dass die Combo bei ihm 112 Leute anlocken wird. Zur Kostendeckung benötigt er aber 340 zahlende Besucher. Seine Entscheidung: Kein Auftritt für die Gruppe.
Eine Band kann das selbst viel direkter und zielgruppenorientierter angehen. Beim Open-Air im Nachbarort kamen im Sommer z.B. 840 Leute. Durch ein Gewinnspiel hat man die Adressen von rund 700 Personen, die eigene Fan-Club-Datei gibt weitere 100 Namen her. Diese Leute schreibt man direkt an - das kommt immer noch billiger, als wahllos Plakate zu kleben, die ohnehin nicht hängenbleiben, weil die kommerziellen Konzertbüros überplakatieren. Entweder, man kann diese Werbung dem Veranstalter plausibel machen und der bucht die Band dann trotz seiner Bedenken, oder, die Band veranstaltet das Konzert auf eigene Kappe und hat natürlich mehr vom Gewinn. Grundvoraussetzung ist natürlich, dass die Band mit ihrer Musik auch entsprechend attraktiv ist.
Anders ist das, wenn eine Band ein Terrain erobern will, wo sie bislang überhaupt keiner kennt. Dann rechnet sich diese “Kaffeefahrt” in keinster Weise. Dann würde ich eher den Weg über Support-Gigs empfehlen, um sich einem einigermaßen großen Publikum bekannt zu machen. Die Leute gehen nun mal nicht zu einer unbekannten Gruppe. Aber als Vorband von “Stone Temple Pilots” nimmt man das Angebot dagegen schon wahr. Um Tour-Support der “Stone Temple Pilots” zu werden, ist aber neben dem eigenen Können, das ich voraussetze, schlicht und einfach nur Geld entscheidend.
Auf lokaler Ebene ist das anders. Wir haben unseren Vorbands nie Geld abverlangt. Im Gegenteil: meistens haben wir noch 150,- € Gage zahlen können. Aber selbst wenn eine Band kostenlos zu einem Tour-Support kommt, entstehen immense Kosten: Ein LKW oder ein größerer Kombi ist notwendig für den Transport von Instrumenten und Musikern. In drei von zehn Städten hat man für Übernachtungsmöglichkeiten vielleicht Bekannte, aber in den anderen sieben Städten fallen Hotelkosten an. Die gesamte Verpflegung verschlingt buchstäblich viel Geld. Und als Vorband bekommt man nichts - überhaupt nichts. Im Gegenteil: Unter der Hand sind noch kleine “Investitionen” nötig - wie z.B. einige Flaschen Spirituosen für den Mischer, oder den Mann am Licht, damit von 135 Lichtern diesmal statt 15 vielleicht 40 angemacht werden. So läuft der Deal. Aber das ist eine gelungene Investition, weil man nirgends so viele Leute erreicht, wie auf einer guten Tour.
Und das ist auch ein hartes Leben. Denn nach zehn solchen Tagen weiß man ganz sicher, ob man seinen Mitgitarristen noch sehen und ausstehen kann. Und man weiß auch, ob es noch Sinn macht, sich allabendlich auspfeifen zu lassen, weil das Publikum bereits die Hauptband hören möchte. Wenn eine Band das übersteht, dann weiß sie, dass sie für die Branche geboren ist. Ich kenne einige lokale Münchner Bands, die für solche Tour-Supports zwischen 4.000,- und 8.000,- € an Kosten auf sich genommen haben. Als Band, oder als eine Kooperation von Bands, kann man auch an einem Abend bei einer Veranstaltung 5.000,- € Defizit einfahren. Mit dem Unterschied, dass eine Band dann nicht ein paar Tausend, sondern vielleicht mal 67 zahlende Zuschauer gesehen haben. Lieber mache ich als Band dann doch dort ein Minus, wo ich tausende von Leuten erreiche, von denen, wenn es gut geht und meine Musik überzeugt, einige Tausend auch noch meine Platte kaufen.
Bernd Schweinar
(Hans Steinle war später auch zeitweise Vorstandsmitglied im IDKV - Bundesverband der Veranstaltungswirtschaft)
(Feature aus dem "Rockbuch 95/96" aktualisierte Version )
2011 © by Rock.Büro Süd/VPBy
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