Plan! Pop12

Die Teilnehmer zum Gruppenfoto vor der Bayerischen Musikakademie Alteglofsheim
Plan! Pop 12
Über 150 Teilnehmer folgten der Einladung der Initiative Musik gGmbH zu ihrer zweiten Bundesfachkonferenz „Plan! Pop 12“ am 2. und 3. Mai 2012 in Alteglofsheim in Bayern, um an zwei Tagen über den Stand und die Perspektiven der Förderung populärer Musik in Deutschland zu diskutieren.
Ein Ziel war, Plan!Pop als Plattform zu etablieren, bei der Popförderer, Vertreter aus Bund, Ländern und Kommunen wie auch Politiker, gemeinsam an Förderzielen und Methoden für die öffentliche Förderung populärer Musik feilen.
Die Förderung von Popmusik ist ein vergleichsweise junges Metier. Sie zu planen und umzusetzen enthält viel Ausprobieren, ist ein iterativer Prozess, in dem die Beteiligten ihre Lösungen und Angebote schrittweise reflektieren, verbessern und ergänzen. Ideen und Erfahrungen müssen diskutiert und optimiert werden, aufeinander aufbauen, um neue Programme und Schwerpunkte zu schaffen. Dies prägte auch die zweite Plan!Pop wieder ganz deutlich, insbesondere in den jeweils drei Expertenrunden zu „Spielstättenförderung“, „Finanzierungsmodelle“ und „Musikförderung – eine interdisziplinäre Aufgabe“.
Inhaltlicher Schwerpunkt der Konferenz war die Spielstättenförderung – und diese Fokussierung kam nicht von ungefähr. Vielmehr stand dahinter die Absicht, die Ergebnisse der ersten Plan!Pop09 strategisch weiter zu entwickeln. Aus den vor drei Jahren gelegten Grundsteinen für die Spielstättenförderung gingen drei, inzwischen auch realisierte Pilotprojekte in Bayern, Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen hervor. Die Plan!Pop12 stellte diese gegenüber und zur Diskussion. Ebenso konkret ging es in diesem Jahr um die gegenwärtige Situation der Spielstätten, um ihre Förderung seitens der Bundesländer und Kommunen und um ihr wechselseitiges Verhältnis zu ihren Partnern.
Die Konferenz-Beteiligten benannten die gegenwärtigen Bedürfnisse der Musikclubs und diskutierten Lösungsansätze, um den kritischen Status quo der Spielstätten zu verbessern (Kapitel 1.1.–1.3.).
Darüber hinaus standen drei Haupt-Themen auf der Agenda: Finanzierungsmodelle in der Musikförderung stellte der so betitelte Strang zwei näher vor. Diesbezügliche Panels diskutierten die Möglichkeiten für Nachwuchskünstler beim Kultursponsoring ebenso wie interdisziplinäre Finanzierungen, etwa seitens mehrerer Ministerien oder kommunaler Einrichtungen, oder auch bei Wirtschaftsunternehmen und öffentlichen Förderern. Jesper Mahrdahl aus Dänemark bot mit seiner Einführung in die Förderpraktiken der Stadt Aarhus einen erhellenden Blick über den nationalen Tellerrand (Kapitel 2.1.–2.3.).
Vertreter aus Parteien und bundespolitischen Institutionen erläuterten im Strang drei ihren jeweiligen Ansatz zur Musikförderung als interdisziplinäre Aufgabe. Die Diskussionsrunden konstatierten, dass Rock-, Pop- und Jazzmusik aufgrund ihrer Verhaftung in der freien Wirtschaft eine Sonderstellung gegenüber den klassischen Theatern und Museen haben. Prof. Dr. Dieter Haselbach, Mitherausgeber der Streitschrift „Kulturinfakt – Von Allem zu viel und überall das Gleiche. Eine Polemik über Kulturpolitik, Kulturstaat, Kultursubvention“, stellte in einem Panel seine provokanten Thesen vor, die eine ebenso kontroverse wie konstruktive Debatte auslösten (Kapitel 3.1.–3.3.).
Neben diesen Panels diskutierte das vom Konferenz-ausrichtenden Bundesland initiierte Spotlight Bayern über bestehende und zukünftige Vernetzungsmodelle der Popförderung – und das mit Erfolg: Der Austausch mündete in einen Auftakt für neue, konkrete Gespräche zwischen Popförderern und den zuständigen bayrischen Gebietskörperschaften. Erklärtes Ziel ist nun, in Bayern dauerhaft besetzte Anlaufstellen für Pop, Rock und Jazz zu schaffen (Kapitel 4.1. – 4.8.).
Die offenen und informellen Gesprächsrunden unter dem Titel Plan!Pop Open brachten weitere Themen in die Diskussion ein. Dazu gehörten die regionalen Kompetenzzentren des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie, die Möglichkeiten des Crowdfunding und künftige Förderschwerpunkte, wie beispielsweise Showcase-Festivals für den Musikexport.
An einem nicht öffentlichen Kamingespräch Plan!Pop nahmen 22 Vertreter aus Landesministerien, vom Büro des Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien sowie der Initiative Musik teil. In diesem Rahmen ging es um Themenfindung, Zielformulierungen in den Ländern sowie um Budgetfragen. Die Teilnehmer begrüßten diese informelle Gesprächsrunde zum Thema Rock und Pop, da seit zehn Jahren keine vergleichbare Veranstaltung mehr stattfand.
Hier geht es zur kompletten Dokumentation der Plan!Pop 12 und zur Bildergalerie.
Weitere Infos zur Plan!Pop und über Inhalt, Termin und Ort der nächsten Konferenz gibt es bei der Initiative Musik gGmbH in Berlin.
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